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Scheiß auf Kommunismus, die US-Army regelt das.

In einem mittlerweile etwas älteren Pamphlet äußert sich eine gruppe morgenthau «ideologiekritisch» zu dem «Mullahregime», «der Linken» und schlußendlich zum Eingreifen der US-Army.

«Worte ohne Antifa» werden da zusammengekratzt um das Regal mit irgendwas ohne alles zum Iran und der Herrschaft Ahmadinejads und der Mullahs sowie den Möglichen Gegenstrategien um 2 Seiten mehr zu füllen. Mit Antifa hat das nichts zu tun, das mag man den morgenthaulern zu Gute halten. Aber auch ansonsten hat das mit nichts was zu tun. Vollkommen unklar bleibt wer da nun angesprochen werden soll (wenn man von der Antifa [f] absieht) beim wem man «europäischen Friedensfundamtentalismus» festgestellt, oder besser diagnostiziert, hat. Was dann da nicht gesagt wird äußert sich in einem Schwall an Worten, dessen Verständnis wohl niemanden etwas angeht, zu Papier gebracht. Was denn da gesagt versteckt sich irgendwo zwischen dem moralisierenden Hasszeilen an irgendjemanden.

Das was da gesagt wird ist:

Aber machen wir uns nichts vor: Auch Ideologiekritik kann letztlich nicht mehr ausrichten, als all jene Ideologen ihrer unlauteren Motive zu überführen, die den Eingriff von IDF und US-Army zu verhindern trachten.

Sich keinesfalls des Eindrucks hingeben man hätte mit der Linken auch noch irgendwas zu tun scheint Ziel des Textes gewesen zu sein. Letzlich bleibt: Eine unverhohlene Kampagne für ein wenig mehr Imperialismus auf Erden. Man wünscht sich, wenn schon die Wahl zwischen Pest und Cholera hat, ganz überzeugt Pest mit Cholera zu bekämpfen. Alles andere wird mit «unlauter» abgetan. Bäm. Ganz viel Getöse um nichts. Und zu guter Letzt, ratet mal wo man solch wortgewaltige Forderungen nach Panzern und westlichen Werten wünscht? Richtig: in der Jungle World.

Aufständischer, unpolitscher Dreck

«Radio Chiflado» macht sich an eine Chronik des «aufständischen Anarchismus», der wohl irgendwie toll ist. Dann zitieren die irgendjemanden, der ein ganz toller «aufständischer Anarchist» ist. Und der sagt das:

Aufstände, auch und gerade die gewalttätigen, erregen nicht nur Aufmerksamkeit und öffentliches Interesse für ihr Anliegen, sondern informieren und bilden, mehr als es 1000 Bände Lehrschriften tun können und führen die Menge für die Ziele der Revolution zusammen. Der lehrende Zweck kann nie auch nicht durch Plakate oder Veranstaltungen ersetzt werden.

Wenn man diesem Anarchisten folgen will, und das tun die RadiomacherInnen, distanzieren sich jedenfalls keinesfalls oder äußern sich wenigstens kritisch, dann sei es also damit getan durch die Weltgeschichte zu reisen und fleißig Krawall hier, Randale dort und vielleicht noch einen Königsmord da zu planen und auszuführen und die Revolution ist in Butter. Das klingt, zugegebenermaßen, reichlich verlockend. Der einfachste Gegenbeweis ist das Scheitern. Aber auch ohne denen braucht man schon eine gewaltige Menge Vertrauen in die erklärende Kraft einer brennenden Mülltonne und mehr noch eine an Narretei grenzende Verleugnung der Überzeugung mit der sich die Menschen an der Aushandlung und Versöhnung gesellschaftlicher Widersprüche beteiligen. Schließlich wird man von Kindesbeinen an dazu gebracht sich möglichst konstruktiv, wenn überhaupt, in die Belange dieser Gesellschaft einzubringen. Und das machen die Leute auch ganz brav. Selbst die, von manchen Linken gerne als kritische Avantgarde des BürderInnentums angeführten «linken GewerkschafterInnen» und ähnliche Verdächtige wissen noch an wen sie sich zu wenden haben: den Staat.

Die «aufständischen AnarchistInnen» (hier durchaus synonym zu gebrauchen für einen Gutteil der sich bewegenden Linken) denken jetzt diesen ganzen bürgerlichen Mist, der sich in die Hirne eingenistet hat könne man mit ein wenig Aufstand, wohlmöglich noch militant, ausräuchern. «Aufständische AnarchistInnen» sollte man dann folgerichtig bald bei allen möglichen Arten des Krawalls in der ersten Reihe sehen. Vielleicht auch mal 1000 Bücher verbrennen, die sind ja eh unnötig für die Kritik der Gesellschaft– brennen muss es.